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Zurück 30.08.2017

Wasserstoff zur Reduzierung des ökologischen Fussabdrucks Tirols

Ewald Perwög

Ende August fand in der Aula François-Xavier Bagnoud in Sitten die 7. Ausgabe des Nationalen Thementags Smart Energy statt. Zu diesem Anlass gab Ewald Perwög, Energie- und Umweltbeauftragter bei MPreis – eine der grössten Einzelhandelsketten Österreichs – den 180 Teilnehmern eine Einführung in das Projekt DEMO4Grid. In rund 20 Minuten gelang es ihm aufzeigen, wie der Einsatz von Wasserstoff als Energieträger eine deutliche Senkung der CO2-Emissionen und einen nicht unerheblichen Gewinn für den Geldbeutel ermöglicht!
 

MPreis ist ein Familienunternehmen des Landes Tirol, zu dem heute über 260 Märkte und 170 Bäckereien-Konditoreien in ganz Österreich zählen. Das Unternehmen, grösste Einzelhandelskette und wichtigster Arbeitgeber Tirols, beteiligt sich an dem Projekt DEMO4Grid, das von der Europäischen Kommission und vom Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) unterstützt wird. Konkret plant dieses Konsortium, die wirtschaftliche Durchführbarkeit der Nutzung des mit einem alkalischen Elektrolyseur von 4 MW erzeugten Wasserstoffs anhand von praxisnahen industriellen Business Cases zu beweisen.
 

Wie funktioniert es?
Der Elektrolyseur steht im Zentrum des Projekts. Als Energieträger bietet Wasserstoff die Möglichkeit, eine Energiekette ohne Treibhausgasemissionen einzuführen. In einer ersten Phase wird der erzeugte und gespeicherte Wasserstoff als Ersatz für Erdgas zur Energieversorgung der Bäckereiöfen dienen, um Brötchen ohne CO2-Emissionen herzustellen.

In einer zweiten Phase wird es darum gehen, diesen Wasserstoff als Ersatz für den Diesel der heutigen LKW-Flotte, die täglich die 260 Verkaufsstellen von MPreis beliefert, zur Energieversorgung der Brennstoffzellen der zukünftigen LKWs einzusetzen. Gegenwärtig arbeiten verschiedene Hersteller wie Scania oder ASKO an derartigen Fahrzeugen.
 

Drei Business Cases, um die Effizienz von Wasserstoff zu beweisen
Die Ergebnisse der auf dem Thementag Smart Energy vorgestellten drei Business Cases für Wasserstoff als Energieträger zeigen, dass es umsetzbare Geschäftsmodelle mit beträchtlichen Gewinnspannen gibt, gerade durch eine Kombination der Anwendungen. MPreis möchte sich auch auf dem Markt der Regelenergie positionieren. „Wir wollen sekundäre Dienstleistungen anbieten. Dies bedeutet, dass der Elektrolyseur dem Netzbetreiber zur Verfügung gestellt wird, um gegebenenfalls den vorübergehend im Netz verfügbaren Energieüberschuss zu absorbieren. Dadurch soll die Netzstabilität sichergestellt und eine Frequenz und Spannung aufrechterhalten werden, die den vorgesehenen Bereichswerten entspricht“, erläutert Ewald Perwög.

In Zahlen würde die Ersetzung von Diesel durch Wasserstoff für MPreis 1,2 Millionen Euro und eine Energieersparnis in der Grössenordnung von 36 % jährlich einbringen. Das Unternehmen plant, demnächst ein Kleinwasserkraftwerk als Stromversorgungsquelle der Elektrolyseanlage einzubeziehen. Von den rund 970 Kleinwasserkraftwerken Tirols befinden sich die meisten in Gemeindebesitz. „Mit der Elektrolyse würden diese Gemeinden eine Wasserstofferzeugung sicherstellen, die es ihren Bürgern oder den Fahrzeugen der Gemeinde ermöglichen würde, mit einer lokalen, CO2-emissionsfreien Energie zu fahren“, erklärt Ewald Perwög abschliessend. Die Walliser Gemeinden befinden sich in einer ähnlichen Situation. Dieses Konzept erscheint zwar vielen derzeit noch als Zukunftsmusik, doch es wäre überhaupt nicht überraschend, wenn ein solches Projekt in unserer Region in naher Zukunft ins Leben gerufen würde ... 

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